Ist Bildung ein weltpolitisches Thema?

Das Recht auf Bildung gehört zu den grundlegenden Menschenrechten. In vielen Entwicklungsländern stellt sie jedoch auch heute noch eher ein Privileg als ein Recht dar, weil nur wenige Auserwählte Zugang zu guter Bildung haben. Zwar zeigt sich auch in Entwicklungsländern der Trend zu kostenloser Bildung, deren Qualität ist jedoch meist so schlecht, dass den Schülern kaum mehr als ein paar grundlegende Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen (mit den Grundrechenarten) vermittelt werden. Um in einer modernen Ökonomie erfolgreich arbeiten zu können, reicht das nicht aus.

Das hat nicht nur negative Effekte für den Einzelnen, sondern auch schlechte Auswirkungen auf die gesamte Volkswirtschaft. Eine moderne Volkswirtschaft benötigt gut ausgebildete Fachkräfte, die vielseitig einsetzbar sind. Sie müssen nicht nur in der Lage sein, die Forschung und Entwicklung voranzutreiben, sondern auch neue, innovative Produkte zu entwickeln und moderne Maschinen und Anlagen zu bedienen. Für Entwicklungsländer ist gute Bildung der Bevölkerung eine Größe, deren Bedeutung sich in Geld nicht abschätzen lässt. Viele der Probleme in Entwicklungsländern werden durch unzureichende Bildung verursacht. Ein unrühmliches Beispiel dafür ist AIDS. Die Krankheit konnte und kann sich nur deswegen so weit verbreiten, weil das durch Ignoranz und Unwissenheit gefördert wurde. Investiert man in Bildung, bekämpft man damit gleichzeitig die Krankheit, die jährlich immer noch Millionen Opfer fordert und unsägliches Leid verursacht.

Die moderne Welt ist durch zunehmende Globalisierung geprägt. Das bedeutet, dass nicht nur positive Errungenschaften global eingesetzt werden, wie zum Beispiel Autos oder Fernsehen, sondern dass auch Probleme nicht mehr örtlich oder regional beschränkt bleiben. Sehen arme Landarbeiter aus Entwicklungsländern in ihrer Heimat keine Perspektive mehr, verlassen sie ihr Land und werden zu Flüchtlingen, die ihr Glück in Europa versuchen. Dort wiederum verursachen sie diverse Probleme. Diese Migration lässt sich durch Sperren und Grenzkontrollen nicht aufhalten, bestenfalls etwas verlangsamen. Der richtige Weg besteht vielmehr darin, dafür zu sorgen, dass die Menschen vor Ort Bildung und somit eine Perspektive erhalten, damit sie erst gar nicht das Land verlassen.

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