Die Aufgaben der Europäischen Zentralbank

Seit einige der Euroländer finanziell ins Straucheln geraten sind, melden die Medien häufig in den Nachrichten Beschlüsse, die von der EZB gefasst wurden. Beispielsweise hat man den Leitzins gesenkt oder andere Maßnahmen ergriffen, die die Preise in Europa stabil halten sollen. Doch die EZB hat noch andere Aufgaben, denen sie gerecht werden muss. Schließlich wurde ihr eine große Verantwortung übertragen und ihre Entscheidungen können weitreichend Folgen für ganz Europa haben.

Die europäische Zentralbank EZB wurde 1998 von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Währungsunion gegründet und bildet seitdem zusammen mit den Nationalbanken der EU-Staaten das ESZB (Europäisches System der Zentralbanken).

Die Aufgaben und die Arbeit der EZB wurde 1992 erstmals im Vertrag von Maastricht festgelegt und seit 2007 und dem Vertrag von Lissabon hat die EZB den Status eines Organs der EU. Zurzeit hat die Europäische Zentralbank ihren Sitz noch im Eurotower in Frankfurt am Main, doch 2014 soll der Neubau im Frankfurter Ostend bezogen werden. Der Bürodoppelturm wird 185 Meter hoch und soll bis Ende 2013 fertiggestellt werden. Die Aufgaben der Europäischen Zentralbank unterscheiden sich wesentlich von den Aufgaben normaler Banken, denn die EZB ist für die Stabilität des Euro zuständig und außerdem ist sie für die Umsetzung der Währungs- und Wirtschaftspolitik verantwortlich.

Die Aufgaben der Europäischen Zentralbank im Einzelnen

• Festlegung der Leitzinssätze für die Eurozone

• Kontrolle der Geldmenge

• Verwaltung der Währungsreserven der Eurozone

• Verkauf und Kauf von Währungen um Wechselkurse im Gleichgewicht zu halten

• Erteilung der Genehmigung zur Ausgabe von Banknoten in den Ländern der Eurozone

• Überwachung der Behörden bei der Beaufsichtigung der Finanzmärkte und -Institute

• Überwachung der Zahlungssysteme

• Beobachtung der Preisentwicklung, um das daraus entstehende Risiko für die Preisstabilität beurteilen zu können

Mit diesen Aufgaben wird auch das Ziel der EZB definiert, denn die Europäische Zentralbank soll dafür sorgen, dass Preise stabil bleiben in den Ländern, die den Euro verwenden und gleichzeitig soll sie das Finanzsystem stabilisieren, indem sie dafür sorgt, dass die Finanzmärke und Geldinstitute beaufsichtigt und damit kontrolliert werden. Dazu arbeitet die EZB mit den Zentralbanken der insgesamt 27 EU-Länder zusammen und dadurch wird das europäische System der Zentralbanken gebildet.

Wie erfüllt die EZB ihre Aufgaben?

Der Aufbau der Europäischen Zentralbank zeigt, wie sie arbeitet, denn insgesamt drei Entscheidungsgremien sorgen dafür, dass die Ziele erreicht werden können. Da die EZB völlig unabhängig arbeiten soll und ihre Mitglieder keine Weisungen entgegen nehmen dürfen, muss sie wie alle anderen EU-Organe den Grundsatz der Unabhängigkeit beachten. Diese Unabhängigkeit steht im Gegensatz zu den Grundsätzen einer normalen Bank, denn diese ist vor allem an der Erwirtschaftung von Gewinnen interessiert. In diesem Vergleich wird deutlich, dass die EZB eine Regulierungsstelle ist, die keinerlei eigene wirtschaftlichen Interessen verfolgt.

Die Gremien der EZB

Das Direktorium ist das erste Entscheidungsgremium und hier werden die Tagesgeschäfte überwacht. Sechs Mitglieder, die für eine Amtszeit von jeweils acht Jahren von den Regierungen der Länder ernannt werden, sorgen dafür, dass hier alles reibungslos ablaufen kann.

Der EZB-Rat ist das zweite Entscheidungsgremium der EZB und er legt die Währungspolitik fest. Er bestimmt die Zinssätze und besteht aus den Mitgliedern des Direktoriums und den Präsidenten der nationalen Zentralbanken.

Der Erweitere Rat der EZB hat seine Aufgabe in den Koordinierungs- und Beratungsaufgaben bezüglich einer künftigen Erweiterung des Euroraums. Präsident und Vizepräsident der EZB gehören ihm ebenso an wie die Präsidenten aller 27 nationalen Zentralbanken der Mitgliedsstaaten. Soll ein neues Mitglied in die EU aufgenommen werden, so wird im Erweiterten Rat darüber beraten, ob und wann ein Beitritt wirtschaftlich vertretbar wäre, denn jedes neue Mitglied birgt neben Chancen auch Risiken und in der Vergangenheit zeigte sich mehr als einmal, dass eine Mitgliedschaft in der EU oft um jeden Preis angestrebt wird.

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